Heimkehr nach Köln

Heimkehr nach Köln

Die türmenden Inseln
der Kirchen,
die aschgrauen Schachteln
der Häuser,
die lärmenden Räder
der Plätze –

Geborgen bin ich
im Schoß meiner Stadt,
die mich die Sprache lehrte,
die vergessene Sprache,
die schlichten Gesänge
verschütteten Glücks.

Ein goldenes Antlitz taucht
aus dem bunten Dämmer hervor.
Wer bist du?
Geh nicht fort, Gesicht
ohne Namen, leihe mir
mein Geheimnis heut nacht!

Christina Egan © 1992

This poem about homecoming to a big city could refer to a place where someone grew up; or where they lived in the past; or where they may have lived in a former life on earth.

Bronze head of a bishop, mediaeval yet classical in appearance.Therefore, the mysterious golden face which is the key to the past could be a late relative; or a lost friend; or else a historical figure. I was thinking of this portrait at the back of Cologne Cathedral.

Photograph: „Grabmal Konrad von Hochstaden Gipsabdruck“ von Elke Wetzig (Elya)

Heimat gibt es doppelt

Heimat gibt es doppelt

Heimat gibt es doppelt: Heimat deiner Jugend,
Kopfsteinpflaster unter den karierten Schuhn;
anderswo vielleicht dann Heimat deines Herzens,
wo gewundne unsichtbare Wurzeln ruhn,

wo die Glocken süß und voll Verheißung beben
wie die frühen fliederfarbnen Azaleen,
wo die vielen flachen blassen Hausfassaden
lächeln, wenn die Wolkenschatten weiterwehn….

wo vor himmelstürmend hohen Kirchentürmen
glutrot oder sonnengelb die Blüten sprühn
und der Teppich der Jahrhunderte darunter
ruft, um deinen Lebensstrang hineinzuziehn.

Christina Egan © 2010

Another love letter to my favourite city, Cologne!