Stadt im Tal

Stadt im Tal

Sprig with tiny flowers in a deep warm yellowGleich einer Ginsterblüte flimmert,
da jetzt die Sonne steigt und sprüht,
die ganze Stadt, aus Glanz gezimmert,
sacht in die Hügel eingefügt…

Gleich einer Apfelblüte leuchtet,
da jetzt das Leben wieder siegt,
das ganze Tal, vom Tau befeuchtet,
ein Orgelklang, ein Jubellied!

Christina Egan © 2015

Dyer’s broom (Genista tinctoria).
Photograph by Christian Fischer.


This poem has recently been published in regional paper Marktkorb (circulation over 100,000).

The ‘Town in the Valley’  is also mentioned in my lyrics Ich steh’ im Felde wie der Lindenbaum’  : ‘Ich schaue auf die Stadt im Tal / mit Erdensternen ohne Zahl…’

Advertisements

Theodor an Emilien

Theodor an Emilien

Mit tausend dicken weißen Kerzen
Prangt der Kastanienbaum am Tor;
Ich steh’ mit hoffnungshellem Herzen
Im späten Dämmer stumm davor.

Der Vogelsang ist längst versickert
Wie Silberspur ins Dunkelblau…
Doch aus dem Gutshaus tröpfelt, zittert,
Quillt das Klavier wie Abendtau.

Ich mach’ im hohen Gartensaale
Den flinken schlanken Schatten aus –
Und werf’ nach jenem Ankerpfahle
Mein Tau mit einem Male aus.

Christina Egan © 2016


 

The old-fashioned names and inflections signal that this is a scene which happened long ago, a romantic story from the times of Jane Austen, set in Germany. There is a true story behind it, and the ending is happy and sad: the young man waiting hopefully outside the manor house in the summer night, Ernst Theodor Echtermeyermarried Lady Emilie, and they had a child, but they both died very young.