Warten ist der Winter

Warten ist der Winter

Warten ist der Winter, Warten
auf den endlich wieder starken
Glanz, der sanft ins Leben küßt,
was vor Gram verblichen ist.

Einsam ist der kleine Garten,
während Garben aller Farben
unter altem Laub und Moos
schlummern im verdorrten Schoß.

Hilflos ist das lange Darben
für den unbemerkten Garten:
hilflos, doch nicht hoffnungslos,
denn der Himmel ist sein Trost.

Christina Egan © 2012

Verkündigung (In meine helle Stille)

Verkündigung

Church portal with iron lantern seen through window with grate; all light-grey and light-blueIn meine helle Stille
fiel Gottes hohes Wort…
Geschehe denn sein Wille
an diesem schlichten Ort,
geschehe denn sein Wirken
an diesem Gnadentag,
daß meine ferne Seele
nun seinen Funken trag’,
bis dieser armen Erde
ein neuer Morgen blaut
und jeder Mensch voll Wunder
in Gottes Auge schaut.

Christina Egan © 2014

Since the ‘Annunciation’ of God’s salvation for this earth to Mary,
everyone can gain eternal hope and immediate access to God.

This poem has been published in the Münsterschwarzacher Bildkalender 2016.

Photograph: Church of Mary as Queen of Peace. Christina Egan © 2014


Über alle Hoffnung

Über alle Hoffnung

Fürchte nicht der Tage Neige,
nicht der Kräfte bittern Schwund,
denn der Gott des Lebenshauches
birgt das ganze Erdenrund.

Fürchte nicht der Freunde Ende,
nicht einmal das eigne Grab,
denn der Gott der Engelheere
steigt mit dir zur Nacht hinab.

Hinter allen Schattentälern
wartet unverrückt das Licht,
denn der Gott der Sternenfernen
hält zuletzt, was er verspricht,

und er wird dich neu beleben,
dich als sprühendschönen Stein
über alle Hoffnung heben,–
Alles Glück wird unser sein.

Christina Egan © 2015

This poem declares that after bitter
death, a new life is prepared for us,
a happiness surpassing hope. –
It could be turned into a hymn.