Daedalus on the Battlements

Daedalus on the Battlements

You drag your baggage through the crowd,
and from the loud and glaring maze
you spill into the heavy haze
of autumn fog and stifling fumes,
into a tube you crawl through tubes,
into a bullet aimed at space –

You soar, you blink, anticipate
some mellow light, some subtle blues –
And then you float above the dunes
of salty sand, the plains of ice,
the shadow of a sheet of cloud –
You sail above the blazing skies!

Christina Egan © 2016


Another return to Greece with winter sunshine even before I arrived: a sunset above the clouds! — Daedalus escaped the labyrinth by flying from its walls; the flaming sun plays a key role in this myth. 

You may get the sense of this poem quite well in a translation software.

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War and Peace (Red Fog / Green Shoots)

War and Peace

I.

Red Fog

Red fog rose
from the bloody river
when Baghdad’s proud walls
crumbled to dust.

The sobbing, the gasping
rose with the fog,
scratched the blank sky
till it wept blood.

High soared the blinking blades,
higher the cries of triumph,
down on the broken timber,
the toys forlorn in the ash.

Red ran the Tigris,
bearing pots and books and bodies
down through the desert,
frayed crimson silk.

Decorative brick with symmetrical floral motiv, deeply incised.

II.

Green Shoots

Green shoots, vibrant,
blue buds, brilliant,
climbing the trellis
of ten thousand tiles.

The tall white walls,
the wide white courtyards,
the shimmering basins:
those were the flags of peace.

Not the carpets of ash
which the conquest leaves,
nor the polished parchment
where the truce is signed.

Peace is the pomegranate
in the smooth wooden bowl,
peace is the spinning-top
on the deep-green glaze.

Christina Egan © 2003 (I) / © 2018 (II)

These poems were inspired by the massacre of 1248 when the Mongols took Baghdad, but they can be applied to any war Mesopotamia has seen in the course of the millennia, or indeed to any other part of the world…

Brick from Baghdad, mid-13 century. Photograph: Los Angeles County Museum of Art.

Wandel (Wo ist der hohle Baum)

Wandel

Wo ist der hohle Baum
im Kreise der steinernen Bänke,
der mit knochigen Fingern
die Netze des Nebels,
mit knorrigen Zehen
das feuchte Gras durchfischte?

Buds and fresh leaves on top of shoots above a parkAlles ist quellendes Blatt nun
und berstendes Bunt,
Laubzauber, lautloses Lachen,
tiefer Atem langer Tage
zwischen bergendem Grund
und goldenem Wind.

Christina Egan © 2006

Schloßpark Fulda im Frühling.
Photograph: Christina Egan © 2014.

Irgendein Montag

Irgendein Montag

Was wär das Leben enthoben vom Nebel?
Was wär das Leben mit prallvollem Segel?
Was wär der Tag wo sich alles gelohnt hat?
Irgendein Montag…

Einmal die Plätze und Parks zu durchwandern
im Wissen du bist unterwegs zu dem andern
der deine Augen studiert wie ein Buch
als wärst du die Erde als wärst du genug

Das wär das Leben so wie es gedacht ist
das wär das Leben für das du gemacht bist
das wär der Tag wo sich alles gelohnt hat
irgendein Montag…

Einmal gemeinsam die Nacht zu durchschweben
einmal das Leben zu Ende zu leben
Park in the dusk, with heart-shaped illuminated decoration, forming a frame around a spire in the distance.einmal zu wissen ein einziges Mal
wenn auch zur Zeit nur im Konditional:

Dies wär die Liebe so wie sie gedacht ist
dies wär die Liebe für die du gemacht bist
dies wär der Mensch der wenn er dich küßt
weiß wer du bist

Das wär das Leben so wie es gedacht ist
das wär das Leben für das du gemacht bist
das wär der Tag wo sich alles gelohnt hat
irgendein Montag…

Christina Egan © 2011

Valentine’s Day on Gozo, Malta.
Photograph: Christina Egan © 2018.

Burgberg

Burgberg

I.

Aus dem Nebel tauchen Mauern, scharlachumrankt –
ein Hauch auf der Haut, ein Traum gegen Morgen.

Der Burgberg, ein Eswareinmal,
das sich eine Auferstehung ertrotzt.

Deine Stimme, eine schwingende Brücke,
golden und lockend und unbetretbar.

Dein Gesicht, von den Jahren klarer geschnitzt,
das ich lesen will, lange, wie deine Stadt –

II.

Und wieder Laubhaufen, knöchelhoch, kniehoch,
Nebelschwaden, als wanderte man durch Wolken.

Dem ungreifbaren Weiß enttaucht ein Spitzbogen,
ein Tor: Es führt nirgendwohin.

Der neben einem geht, mit einem redet,
bleibt schemenhaft. Vielleicht ist er ein Traum.

Und wieder November. Dreißig Sommer
entblätterten sich in den Wind, in den Wind.

Christina Egan © 2001 (I) / 2017 (II)

Alles drängt vorwärts

Alles drängt vorwärts

*

Fahrzeug um Fahrzeug,
bunte Menschen, Hunderte,
alles drängt vorwärts.
Durch das Adernetz der Stadt
rollt das Leben, das Sterben.

*

Kein einziger Stern,
bloß Wolken, Nebel und Staub
über den Dächern.
Doch Funken stieben, golden
und rot, über die Kreuzung.

*

Christina Egan © 2015/ © 2017

Busy junction in the dusk, with red and yellow lamps of cars and buses glaring.

These tanka were written in Bloomsbury, London,
one in summer and one in winter, one bright light
and one in dim light;  but the seasons and hours
make less difference in London than elsewhere…
For similar poems in English, go to Ripples of People.

Photograph: Deptford Broadway, London.
Michael Oakes © 2016

Die blauen Fernen

Die blauen Fernen

Fernab der Meere und der mächtgen Ströme
liegt meine Hügelheimat hingebreitet;
mit jeder Wendung, Steigung, die ich nehme,
wird mir der Blick auf neue Höhn geweitet.

Was braucht es Meere, wenn uns Wald und Wiesen
und Feld und Felsen und die blauen Fernen
wie Wellenberge, Wellentäler fließen,
den Schritt beflügeln und das Herz erwärmen?

Die Luft ist rein, mit Duft und Kraft geladen,
die Glieder und den Geist mir zu verjüngen;
und winters werden Schnee und Nebelschwaden
des Eismeers Zauber in die Berge bringen.

Christina Egan © 2016


One stanza of this poem is printed in the Rhönkalender 2018 with a photo from that part of the Central German Highlands; the whole poem has been published in the Münsterschwarzacher Bildkalender 2019.