Quiet Fire

Quiet Fire

In balmy darkness
I was floating
over sand and salt,
along the garland of lights,
below the curtain of stars…

One fell.
In a flash, I thought of
my distant beloved one,
in a flood, it came back,
the impossible future.

Decorative paper, black with ripples in grey, white, purple.He, too,
had come like a shooting-star,
fair, fast, in a sweeping curve,
with careless grace,
like a message from life.

Cold is the sea now and rough,
with dullness tainted the days
and the sparkling tent of the night.
The quiet fire has passed:
the face that mattered.

Around me is autumn,
and I know that spring will return
and my youth will not.
The voice that struck me is silent;
and my heart eats death.

Christina Egan © 2012

A memory of the Mediterranean Sea, where one can swim, and swim even in after dark, even into autumn…

Decorative paper. Image provided by British Library through Flickr.

Burgberg

Burgberg

I.

Aus dem Nebel tauchen Mauern, scharlachumrankt –
ein Hauch auf der Haut, ein Traum gegen Morgen.

Der Burgberg, ein Eswareinmal,
das sich eine Auferstehung ertrotzt.

Deine Stimme, eine schwingende Brücke,
golden und lockend und unbetretbar.

Dein Gesicht, von den Jahren klarer geschnitzt,
das ich lesen will, lange, wie deine Stadt –

II.

Und wieder Laubhaufen, knöchelhoch, kniehoch,
Nebelschwaden, als wanderte man durch Wolken.

Dem ungreifbaren Weiß enttaucht ein Spitzbogen,
ein Tor: Es führt nirgendwohin.

Der neben einem geht, mit einem redet,
bleibt schemenhaft. Vielleicht ist er ein Traum.

Und wieder November. Dreißig Sommer
entblätterten sich in den Wind, in den Wind.

Christina Egan © 2001 (I) / 2017 (II)

Standing in the Slush

Standing in the Slush
(February Haiku )

*

Standing in the slush,
by the bus stop, I’m looking
for lost memories.

*

Wet empty benches,
wet winding sand paths, furrowed
by hurried footsteps.

*

I’m rubbing my eyes,
weighed down by dreams, and there –
first leaves like lances!

*

Christina Egan © 2013


Like February Sparks, these haiku were written at the hardest time of the year, when our strength is about to be exhausted entirely. This is when we have to be strongest, when we have to fight hardest, as the previous post, Venus and Mars, describes. At least, in southern England, flowers appear very early, in winter, really, to cheer you up…!

Ich knabbre an Träumen

Ich knabbre an Träumen

I.

Ich knabbre an Träumen,
sie machen nicht fett,
sie machen den Mangel
an Leben nicht wett.

Sie füllen die Augen
mit flüchtigem Licht,
zerreißen das graue
Gewölk aber nicht.

Ich trinke Erinnrung
wie Tropfen von Gold
und spür’, wie die Zukunft,
die Zeit mir entrollt.

II.

Bundle of daffodils in front of a wooden fence in bright sunlight.

Ich klammre die Hände
um Murmeln aus Glas
und flüstere Wünsche
ins glitzernde Gras.

Die Murmeln sind tief
in den Taschen versteckt:
Noch nie hat ein Mensch
meine Träume entdeckt,

noch nie hat ein Freund
meine Träume geteilt,
am gläsernen bunten
Geäst sich erfreut.

III.

Es leuchten Narzissen
wie Sterne am Zaun,
wie stille Versprechen
im quellenden Raum.

Doch rinnt mit dem Regen
das Heute dahin…
Mir knistern wie Flammen
die Träume im Sinn,

wie blaßblaue Geister
und hellrote Glut –
O wehe den Menschen
mit Sehnsucht im Blut!

Christina Egan © 2012

Photograph: Christina Egan © 2017.