Spell of the Orange-Tree

Spell of the Orange-Tree

The orange-tree is growing,
the orange fruits are showing
and glowing in the dark.
The moon’s translucent fire
is woven into wire
by spiders on the bark.

Oranges hanging from branches against blue sky

The silver light is flowing,
the silver web is growing
and glowing in the dark.
The secret saps are welling,
the golden spheres are swelling
to fortify the heart.

Christina Egan © 2016

Photograph: Morocco. Christina Egan © 2012

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Die Hängenden Gärten / Palmyra Perennis

Die Hängenden Gärten

Schwarz liegt der Strom, von Gestirnen benetzt,
blendend erhebt sich der Herrscher der Nacht
über die Hängenden Gärten,
über den künstlichen Gipfel,
welcher den Hügel ins Flachland versetzt,
welcher den Wald in die Großstadt gebracht,
über die plätschernden Gärten,
über die flüsternden Wipfel…
Flimmernd erhebt sich die Harfe zuletzt,
warm liegt die Stadt in versilberter Pracht.

Christina Egan © 2015

Basalt stone with carved images of trees, with a building, an animal and a man

The city of Babylon. Assyrian, 7th c. BC. —
© The Trustees of the British Museum
(Ref. no. 00032445001)

These musical lines evoke Babylon by night:
the moon and stars reflected in the Euphrates,
the Hanging Gardens rising above the big city,
murmuring fountains and a sparkling harp…
It could be the instrument which rises
sparkling like a star — or its voice.

Palmyra Perennis

Sank auch der stolze Bogen dahin mit dreifachem Seufzer,
ragt uns sein Bildnis im Geist schwerelos über dem Sand.
Sind auch zum Staube gekehrt der Ahnen goldene Hallen,
tragen das Erbe wir fort: sanften Triumph der Vernunft.

Christina Egan © 2015

For a picture of the ruins of Palmyra and a comment on
this poem on enlightenment, please look at my
MOTTO.

The view that cultural vandalism should be recognised as
a war crime akin to genocide has been discussed recently.

inselstrand / mondstrand

inselstrand

der sand ist durchsponnen
von tausenden rinnen
wo winzige flüsse
perlmuttern erschimmern

sich sammeln sich teilen
erwärmen erschauern
bald rasten bald eilen
erblassen erblauen

der sand is voll salz
und voll sonne gesogen
das leben verbirgt sich
im atmenden boden

das land ist dem wind
und dem wasser verwoben
die seele der enge
der insel enthoben

Christina Egan © 2014

Shallow sandy beach and blue sea water filling lower half of picture, sky-blue sky with a few clouds above. Exudes tranquillity.

Beach of Wyk on Föhr, Germany. Photograph: Christina Egan © 2014.

mondstrand

streckt das meer sich
mondbeglänzt
wacht die erde
nachtentgrenzt

webt die wolke
geisterhaft
um der mondin
zauberkraft

schlägt die schwärze
windbewegt
auf das silber
feingeprägt

pocht die welle
unentwegt
an den sandstrand
sanfterregt

taucht die sohle
heiß und bloß
in die brandung
ruhelos

steigt der schmerz
im raschen blut
fällt die träne
in die flut

steht die hoffnung
fest und fern
hängt das herz
am höchsten stern

Christina Egan © 2014


These lines stem from a visit to two tiny round North Sea
islands, Föhr and Hooge. Besides my walks on the beach —
by day and by night — I was inspired by
Gregor Swoboda’s
paintings
 at Galerie Nieblum.

Find more poems and photos at Views of North Sea Islands
(in German and English).

November (Im dunkelblauen Nebel)

November

Im dunkelblauen Nebel liegen
gelöst mein Haus und Park.
Mein Herz hat einen Traum erstiegen
und hebt sich still und stark.

Der Herbst hat Gold um Gold gewonnen
mit schmerzloser Gewalt.
Das Mondlicht ist für mich geronnen
zu lieblicher Gestalt.

Christina Egan © 2010

This must be one of the happiest late-autumn poems ever:
exuding peace, evoking beauty, steeped in blue and gold!